Autor Thema: Woran erkennt man ein Templerbauwerk?  (Gelesen 8535 mal)

Bruder_Henrie

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« am: 21. Februar 2005, 18:58:11 »
Hallo! Mich würde einmal interessieren, wie man ein Bauwerk des Ordens erkennen kann. Ich kenne natürlich das Tatzenkreutz... aber das wurde ja nicht nur von den Templern benutzt. Was ist eigentlich mit dem Lamm Gottes das eine Fahne oder Schwert trägt. Wurde dieses Symbol nur von den Templern benutzt? Oder fand  es auch in normalen Kirchen Verwendung?

Siehe diese Darstellung
Pax Vobiscum

Frater Henrie


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der_Frank

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #1 am: 23. Februar 2005, 12:03:20 »
Diese Darstellung kannte ich bisher noch nicht. Bei den Bauwerken, die ich gesehen habe, war meistens noch nicht mal mehr ein Tatzenkreuz zu sehen...
Ansonsten eine sehr schwere Frage, weil es keinen "Baustil der Templer" gab....zudem liegen 700 Jahre dazwischen, in denen viele Bauwerke umgebaut oder sonstwie verändert wurden (Beispiel: Templerkapelle in Mücheln);
Mitunter fand die 8-Eck-Form bei Kirchtürmen Verwendung (was aber keine ausschließliche Eigenheit der Templer war).
Eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Und wenn es sie gäbe, wäre sie vermutlich langweilig. (Theodor Fontane)

Bruder_Henrie

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #2 am: 23. Februar 2005, 15:27:58 »
Das abgebildete Siegel stammt nicht unbedingt von einer Templerkirche. Ich möchte gerne herausfinden, ob es sich um eine solche handelt...
Daher suche ich nach Anhaltspunkten oder Hinweisen. Um eines vorweg zu nehmen... es gibt keine Uhrkundliche Benennung der Templer in Zusammenhang mit dieser Kirche oder Kirchen in der Umgebung! Die Kirche selbst oder die Ursprungskirche wurde dort schon um 1020 herum erbaut, also vor den Templern. Allerdings wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Somit wäre es möglich, dass die Templer sie übernommen haben.
 Interessant ist auch die Lage der Kirche. Sie steht auf einem alleinstehenden Felsen und hat wohl einemal eine Festungsähnliche Bebauung besessen. Leider wurde sie aber im 2. Weltkrieg zerstört und mit Original- bzw. nachgearbeiteten Bau/ Schuttmaterialien wieder aufgebaut, allerdings nicht mehr 100 % wie das Original.
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Frater Henrie


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der_Frank

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #3 am: 24. Februar 2005, 09:52:03 »
Bauwerke zuzuordnen ist in diesen Fällen besonders schwierig...bei Kirchen können Anhaltspunkte sein:
- Lage (wie Du zB beschrieben hast...i.a. bildeb Kirchen den Mittelpunkt dörflichen Lebens; bei manchen Templerbauten, zB befestigte Komtureien, Burgen o.ä. steht das gesamte Ensemble meist auf strategisch günstigen Stellen, zB Berghügel; Furten o.ä...im LAufe der Zeit wurden meist die Befestigungsbauten geschliffen, als Baumaterial verwendet oder verfielen ganz, wohingegen die Kirchen meist noch eine Zeit genutzt wurden...so blieben mitunter nur die Kirchen erhalten -- ein Beispiel dafür ist in Deutschland Süpplingenburg, wo von der imposanten Wasserburg nur die Kirche übrigblieb...)
- Friedhöfe / Gräber (meist befinden sich in der Umgebung der Kirche Friedhöfe oder Gräber, die Aufschluss geben könnten -- in Deutschland ist mir das bis auf Topfstädt auch noch nie untergekommen, und selbst da besteht ein gewisser Grad an Unsicherheit)
- Innenausstattung der Kirche, insbesondere Fensterbemalungen, Wandbemalungen, Fresken können Indizien liefern...allerdings nur, wenn es noch der Originalzustand ist (manchmal werden bei Restaurierungsarbeiten solche nochgefunden...)

--- Du siehst, eine Nachweisführung ist extrem schwierig.
Eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Und wenn es sie gäbe, wäre sie vermutlich langweilig. (Theodor Fontane)

Wilhelm von Baumgarten

  • Gast
Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #4 am: 24. Februar 2005, 11:09:47 »
Hallo zusammen !
Also, das "Lamm Gottes" kenne ich definitiv auch im Zusammenhang mit Templern. Es findet sich z. B. auf Ordenssiegeln aus Spanien. Auch auf Bauten in Österreich, die mit den Templern in Zusammenhang gebracht werden, habe ich es schon gesehen (z.B. Kirche Schöngrabern). Da es aber ein christliches Symbol ist, kann man natürlich nicht von einem eindeutigen Beweis sprechen, es ist halt nur ein Indiz. Es gäbe ja noch mehrere Symbole, die bei den Templern häufig auftreten (Tatzenkreuz, dreigesichtiger Kopf, das wahre Abbild Christi (Vera icon, wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Grabtuch), usw.

Wie man Bauwerke der Templer erkennen kann ? Es gibt einige Punkte, wie angesprochen eine meist für reine Profanbauten ungewöhnliche Lage oder ein "wehrhaftes" Äußeres. Meistens ist auch die Qualität der Bauwerke überdurchschnittlich hoch, da man ja auf die eigenen Baumeister zurückgreifen konnte.

In Österreich sind viele der mit den Templern in Verbindung gebrachten Bauwerke sogenannte Zentralbauten (Rundkirchen), wie sie die Templer ja in ganz Europa errichtet haben. Bei uns sind sie zwar in der Regel etwas kleiner ausgefallen, aber meistens stehen sie nicht alleine, sondern in Verbindung mit einem Pfarrhof/Wirtschaftshof, von einer Umfassungsmauer umschlossen. Diese Anlagen sind immer an alten Pilger- und Handelswegen angelegt.

Leider ist es so, das es in 99 % der Fälle keine Urkunden gibt, die über die Erbauer der Gebäude Aufschluß geben. Der Baugrund gehörte oft adeligen Familien z.B. Schöngrabern den Kuenringern oder Pulkau den Plain-Hardegg. Alle diese Familien stellten Kreuzfahrer und hatten zumindestens dort Kontakt zu den Templern. Aber solange keine Dokumente vorliegen werden Templerkritiker jeden Zusammenhang mit den Templern leugnen, sowie der Kultraum in Lockenhaus für die ja nur eine Zisterne ist.

Holger Hirt

  • Gast
Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #5 am: 25. Februar 2005, 09:59:35 »
Ich bin da ganz Franks Meinung. Es ist extrem schwierig Templerbauwerke zu erkennen. Entgültige Gewissheit kann man nur durch Urkunden bekommen. Die Stilform des Zentralbaus wurde in früherer Zeit gerne den Templern zugeordnet, heute weiß man das es nicht so ist. Tatzenkreuze und  Lamm Christi finden sich in vielen Kirchen ohne Templerbezug.

Gruß
Holger

Wilhelm von Baumgarten

  • Gast
Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #6 am: 25. Februar 2005, 21:30:00 »
Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir uns wieder im Kreis drehen. Wir wissen ja alle, das es kaum Templerurkunden in unserem Raum gibt. Was heißt das ?  Es gab also keine Templer hier. Wenn doch, dann sind die Urkunden verschwunden oder wurden verschwunden(ggg). Und christliche Symbole wurden natürlich auch von anderen verwendet. Und nicht jede Rundkirche ist von Templern gebaut worden. Aber wenn mehrere Indizien zusammentreffen ist es doch nicht verwerflich, zumindestens die Möglichkeit in betracht zu ziehen, oder?

Die Frage war aber, wie (woran) man Templerbauten erkennen könnte und nicht, warum sie es nicht sein können.

Holger Hirt

  • Gast
Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #7 am: 28. Februar 2005, 08:24:29 »
:-) hast ja Recht Wilhelm ...

... ich meinte aber nicht unbedingt "Die Urkundensammlung der Templer im HRRDN", sondern Urkunden von Bischöfen oder Adligen Familien aus der Region (z.B. Regesten der Erzbischöfe von Köln oder Mittelrheinische Regesten). Die haben schon mal gerne der ein oder anderen Kirche was gespendet und wenn die Kirche dem Templerorden gehört hat wurde das in der Urkunde auch vermerkt. Z. Teil wurde auch bei einem Besitzerwechsel urkundlich vermerkt, das dieses oder jene Bauwerk einmal dem Templerorden gehört hat.

... oder man weiß ganz einfach das der Adlige X die Kirche y gestiftet hat und einen Pfarrer finanziere oder das ganze Bauwerk ist jünger als ca. 700 Jahre (--> kein Bezug zu den Templern) .

Aber in Ordnung, als erster Hinweis (Interesse wird geweckt) kann ruhig ein Tatzenkreuz, Lamm Gottes, Zentralbau, Legenden, exponierte Lage, auffallender Wehrcharakter oder auch nur lokales Interesse dienen. Der zweite Schritt muß dann aber immer in Richtung Urkundenvorschung geben. Diese von mir erwähnten Regesten (Urkundensammlungen) gibts in jeder Bibliothek (man muß also nicht gleich ins Landeshauptarchiv).

Gruß
Holger

der_Frank

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #8 am: 03. März 2005, 09:14:24 »
wenn keine Fakten da sind, kann man sich auf Indizien stützen.
- Flurnamen (z.B. Templergärten; Templerbach usw. -- jedoch vorsicht: nicht immer meint man damit die Templer...)
- Legenden / Sagen (z.B. begründet sich die Zuschreibung der Burg Lockenhaus in Österreich zu den Templern ausschließlich auf diesen Bereich, was für einen "gesicherten" Beweis natürlich nicht ausreicht)

Die Sekundärquellen wurden schon genannt (z.B. Familienchroniken; überlieferte Abschriften oder Übersetzungen verlorener Urkunden usw.)
Natürlich ist Archivarbeit immer müßig und nicht immer erfolgreich, jedoch oft überraschend...
Eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Und wenn es sie gäbe, wäre sie vermutlich langweilig. (Theodor Fontane)

Wilhelm von Baumgarten

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #9 am: 03. März 2005, 17:06:06 »
Da muß ich dir, als alter "Lockenhauser" schon ein wenig wiedersprechen, mein Lieber. Ausschließlich auf Sagen/ Legenden stimmt so nicht im geringsten. Das die urkundlich verankerten Beweise sehr dünn sind ist wahr. Aber warst du schon mal auf der Burg ?

Wenn nicht, dann  lade ich dich gerne zu einer Erlebnisburgführung ein (ab Mai jeden Sa. 14 u. 16 Uhr oder auf Anfrage), da kann ich dir noch mehr Indizien liefern.

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Heinrich von Hohenfels

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #10 am: 23. März 2005, 15:01:34 »
@Wilhelm

An welchem Templerbau kann man ein Dreigesicht sehen ?
Gib jetzt bitte nicht Tomar als Antwort, denn dieses ominöse Dreigesicht, bekannt aus Terra X, stammt aus einer späteren Zeit.

Gruß Heiko

Wilhelm von Baumgarten

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #11 am: 23. März 2005, 22:12:04 »
Nein, nein nicht in Tomar, sondern hier in Österreich gibt es deren zwei und zwar als figurale Konsolen. Die eine wurde in der Ruine der Burg Kronberg gefunden, die andere in der Kirche von Guntersdorf. In der Kirche von Guntersdorf gibt es noch weitere interessante Anhaltspunkte wie ein Relief von zwei knieenden Rittern vor einem Kreuz, ein bärtiger Kopf mit langen Haaren sowie das Auftreten eines Steinmetzzeichens das auch in Lockenhaus und an der Rundkirche von Petronell auftaucht.
Beide Orte befinden sich an oder nahe der alten Straße von Wien nach Brünn.

Bruder_Henrie

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #12 am: 25. März 2005, 11:55:23 »
Ich habe in Templerkirchen u. Kapellen in der Bretagne einige Darstellungen des Dreigesichts (Bathomet) gesehen, die alle aus dem 12 Jh. stammten. Die Kirchen waren aus einem hellen Stein (Sandstein?) gebaut, und unterschieden sich nur in ihrer Festungsartigen Bauweise von den übrigen regionalen Kirchen. Auffälig war auch, dass die Kirchen nur wenige Ecken aufwiesen und in einer Rundbauarchitektur gebaut waren.
Pax Vobiscum

Frater Henrie


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Heinrich von Hohenfels

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #13 am: 25. März 2005, 12:36:36 »
Sind diese Bauwerke in Östereich bzw. der Bretagne devinitiv Templerbauten oder sind es nur vermutlich welche ?

Worauf ich hinaus will ist, dass z.B. der Auto der Terra X Bücher auch einfach annimmt, dass eine Kirche in Spanien eine Templerkirche sei, nur weil man da ein Dreigesicht sieht.

An einem belegbaren Templerbau habe ich noch kein Dreigesicht gesehen. (und ich habe schon einige Templerburgen und Kirchen gesehen).

Wenn also die Bauten in Österreich und der Bretagne belegbare Temperbauten sind, wären das welche.
Die Belegbarkeit mit den Bauten in Österreich ist wohl am schwersten, oder ?

Auftreten eines Steinmetzzeichens ?
Was soll das beweisen ?
Tschuldigung, aber das beweist doch nur, dass da der selbe Steinmetz an den selben Bauten tätig war. Aber was hat das mit den Templern zu tun ? Ich meine, wenn die Baufirma XY mir ein Haus baut und 20 km weit weg auch das Haus des Herrn Müller, dann hat das Haus des Herrn Müller immer noch nix mit meinem Haus zu tun, oder ?

Gruß Heiko

Michaelus vom Birkenfelde

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Woran erkennt man ein Templerbauwerk?
« Antwort #14 am: 25. März 2005, 12:59:28 »
Auftreten eines Steinmetzzeichens ?
Was soll das beweisen ?


ich denk mal, da werden templer und freimaurer wieder in einen topf geworfen