Autor Thema: Hospitaliter, spätes 12./13. Jhd. / Adelsdarstellung, zweite Hälfte 13. Jhd.  (Gelesen 737 mal)

Thomas W.

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Adelsdarstellung, zweite Hälfte 13. Jhd.
« Antwort #15 am: 09. Februar 2018, 11:15:47 »
Im Winter durfte "Graf Hartmann" auch mal in den Schnee.


(Bildquelle:ich)

Fazit: Knapp 6 Stunden bei bis zu -13 Grad mit 5 Kleiderschichten Leinen und Wolle (2 davon gefüttert) sind absolut kein Problem. Einzig die Füsse waren zwischendrin (trotz zwei paar nadelgebundener Socken und Trippen) etwas "frostig". Aber auch das war auszuhalten.

Die rote "Reisekappe" (als oberste Kleiderschicht) wurde insgesamt aus über 7m Wollstoff (Wolle mit Wolle gefüttert) gefertigt. Man kann sie wirklich nur bei Kälte tragen, sonst vergeht man darin.
Grüsse, Thomas

Johannes vom Gollenstein

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"Winter is coming"!

Großartig!!!!

Thomas W.

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Re:Adelsdarstellung, zweite Hälfte 13. Jhd.
« Antwort #17 am: 16. Februar 2018, 21:14:44 »
Dekadent trifft es ja mal voll!

SEHR schöne Darstellung wieder einmal!!! Großes Kompliment!

Es gibt so viele schöne Fotos (auch von "Graf Hartmann") von diesem ereignisreichen Tag, dass ich noch zwei Collagen nachschieben möchte. Der "Mittelaltertag Sargans" bleibt mir noch lange in guter Erinnerung.

mit:
- den Ameningern https://www.facebook.com/ameninger/?ref=br_rs
- der Comthurey Alpinum https://www.facebook.com/profile.php
- dem Verein Liberi Ensis https://www.facebook.com/profile.php
- dem roten Hufen https://www.facebook.com/derrotehufen/?ref=br_rs
- und vielen mehr...


(Bildquellen für diese Collage: MDJ Photo & eigene Bilder)


(Bildquellen für diese Collage: MDJ Photo & eigene Bilder)



Ich freue mich auf Sargans 2019!
« Letzte Änderung: 16. Februar 2018, 21:22:08 von Thomas W. »
Grüsse, Thomas

Benedikt von Söllbach

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Wie seit ihr denn an die schönen Ringe gekommen?
Probate spiritus si ex Deo sunt. ("Prüfet den Geist, ober er von Gott kommt" - Paulus)
Rule of the day:

Thomas W.

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Wie seit ihr denn an die schönen Ringe gekommen?

Diese Ringe haben Ira König und ihr Mann (www.replik-online.de) nach hochgotischen Vorlagen aus 925'er Silber (goldplattiert) gefertigt. Sie sind (im wahrsten Sinne des Wortes) richtige "Schmuckstücke"!
« Letzte Änderung: 18. Februar 2018, 20:04:01 von Thomas W. »
Grüsse, Thomas

Thomas W.

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Da räumt man einmal seine Rüstkammer auf und findet plötzlich alles mögliche (einen Schild und einen Waffenrock) wieder... naja ihr kennt das... und "schwupps" räumt man nicht mehr auf, sondern steckt plötzlich im "falschen Orden"...

Ja klar, sicher noch ausbaufähig (zudem nur schnell mal "übergeworfen"), aber in Kombination mit etwas aktueller Ausrüstung... kann man es glaube ich schon gelten lassen (in diesem Fall etwa um 1220 herum).

Der deutsche Orden ist ja auch mega spannend... mal schauen... muss gleich mal ein paar Bücher zum Thema rauskramen...


(Bildquelle: ich)

(Bildquelle: ich)
Grüsse, Thomas

Thomas W.

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Da bleibt mir echt die Spucke weg!

Danke dir, Benedikt!

Beim Hospitaliter ist für den März/April 2018 auch ein Update in Planung. Du hast vermutlich die Recherchen (um z.B. die Belegbarkeit der Schildfarben und der Verwendung der "Cappa" über der Rüstung im 12./13. Jhd.) im Facebook und MAF verfolgt? In diesem Punkt (und einigen anderen Details) wird es für meine Darstellung weitere Optimierungen/Ergänzungen geben.

Das ist der aktuelle Zwischenstand bzw. "Ausblick":

(Bildquellen für diese Collage: eigene Bilder & Kitguide Comthurey Alpinum)

Hier wäre mal der erste Teil des Ergebnisses. Zusehen ist ein Ritterbruder des Hospitaliterordens, so wie er nach aktuellem Stand der Recherche höchstwahrscheinlich im späten 12. Jhd. ausgesehen haben könnte.


(Bildquelle: ich)

Der private Schild, den der Ritterbruder mit in den Orden brachte, ist nach einer Abbildung aus nach einer französischen Handschrift (Fécamp Psalter, um 1180) gestaltet. Für den Anstrich wurde (über dem Kreidegrund) roter und gelber Okker, sowie Indigo verwendet. Der in dieser Zeit häufig in ganz Eurpoa zu sehende Nasalhelm wurde mit rotem Okker und Leinöl farblich gestaltet. An der Flügellanze weht weit sichtbar das Banner des Ordens. Der Ritterbruder trägt auf diesen Bild ein Einhandschwert (nach Oakeshott: Klinge Typ XII / Parier Style 2 / Knauftyp D) über seiner Rüstung (die grösstenteils durch eine körperbetont geschnittene, langärmelige Cotte ohne Kapuze, verdeckt wird). Über den Isenhosen erkennt man im Fussbereich noch schemenhaft die Riemen seiner Dornsporen.

Hier noch der link zum Beitrag der Comthurey Alpinum auf Facebook: https://www.facebook.com/comthureyalpinum/?hc_ref=ARRMmSYkGLNp8CIgXoGR83n47J1Ye1uwFymuTnTt02oGpb27vcTfKYR9zYUXuxcFZqU&fref=nf (Quelle: Facebook/comthurey alpinum)

Mir bleibt nur, mich bei allen an diesem Projekt beteiligten Handwerkern, Unterstützern und auch den Kritikern zu bedanken!

Weitere Bilder mit anderen zeitgenössischen Ausrüstungsdetails folgen in kürze!
Grüsse, Thomas

Hugo de Rode

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Gute Arbeit! Freue mich schon auf deine nächsten Fotos.

Interessant auch dein Experiment "Graf Hartmann im Schnee".
Bellement et en paix

Thomas W.

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Gute Arbeit! Freue mich schon auf deine nächsten Fotos.

Ich danke dir! An diesem Projekt haben etliche Leute mitgewirkt! Ihnen gilt das Lob und mein Dank!

Anbei noch ein Foto, dass ich vorerst einfach mal unkommentiert wirken lassen möchte...


(Bildquelle: ich)
Grüsse, Thomas

Hugo de Rode

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Was hast du über dem Kettenhemd angezogen?
Bellement et en paix

Thomas W.

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Was hast du über dem Kettenhemd angezogen?

Ich trage die gleiche Cotte wie beim Foto davor. Über ihr trage ich eine wunderbar wärmende halblange Reisecappa aus dicker natur braungrauer Wolle. Die geht normalerweise bis über das Gesäss, ist aber hier (vermutlich durch den Schild den ich auf dem Rücken trage) leicht nach oben gerutscht.

Andere kleine Veränderungen zum ersten Foto sind, die fehlenden Isenhosen, ein anderes zeitgenössisches scharfes Einhandschwert (nach Oakeshott: Klingentyp XII / Parier Style 1 / Knauftyp H) mit Scheide, ein anderer Nasalhelm (Kalotte aus einem Stück getrieben) und eine scharfe Lanze mit panzerbrechendem Querschnitt (ohne Flügel).
Grüsse, Thomas

Jes

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Da räumt man einmal seine Rüstkammer auf und findet plötzlich alles mögliche (einen Schild und einen Waffenrock) wieder... naja ihr kennt das... und "schwupps" räumt man nicht mehr auf, sondern steckt plötzlich im "falschen Orden"...

Ja klar, sicher noch ausbaufähig (zudem nur schnell mal "übergeworfen"), aber in Kombination mit etwas aktueller Ausrüstung... kann man es glaube ich schon gelten lassen (in diesem Fall etwa um 1220 herum).

Der deutsche Orden ist ja auch mega spannend... mal schauen... muss gleich mal ein paar Bücher zum Thema rauskramen...


(Bildquelle: ich)

(Bildquelle: ich)

Was ist das denn für ein abgefahrener Helm? Hast du mal ein paar Infos für mich?

Thomas W.

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Was ist das denn für ein abgefahrener Helm? Hast du mal ein paar Infos für mich?

Ja, der ist wirklich "abgefahren", da hast du Recht! Hier mal ein Bild von diesem Helm im "Rohzustand" (da ist er noch unvollständig) mit eingefügtem Bildausschnitt der Vorlagen aus dem Eneasroman. Man sieht das Vorbild in etlichen verschiedenen (in Details unterschiedlichen) Varianten auf der Abbildung. Es gibt davon noch viele weitere im Eneasroman. Die Kalotte ist aus einem Stück getrieben. Dieser (an meine Kopfform angepasste) Rekonstruktionsversuch dieses Helmtypes ist einer von zwei mir bisher bekannten. Ich möchte später noch (für die Nutzung in einer weltlichen Darstellung) ein Zimier ergänzen lassen.


(Bildquelle: Patryk Nieczarowski + eingefügtem Auszug aus dem Eneasroman von manuscriptminiatures.com)

Grüsse, Thomas

Cornelius

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...und ganz nebenbei: Die Schildformen in dieser Eneît-Handschrift sind auch nicht völlig normal. Von dem Ding gibt's aber immer noch keine guten Digitalisate, oder?

Thomas W.

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...und ganz nebenbei: Die Schildformen in dieser Eneît-Handschrift sind auch nicht völlig normal. Von dem Ding gibt's aber immer noch keine guten Digitalisate, oder?

Ja, insgesamt eine interessante Quelle. Nein, mir ist keines bekannt.
Grüsse, Thomas