Autor Thema: Gebete und andere Sachen auf Latein  (Gelesen 16089 mal)

Jorge von Brunswik

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Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #30 am: 28. Dezember 2011, 16:45:44 »
Ich würde jetzt mal sagen, daß "C" im lateinischen mit großer Wahrscheinlichkeit als "K" gesprochen wurde. Calligula würde sich bei der Aussprache wie "Z" auch merkwürdig anhören.
Wenn man das Wort "Caersar" mit unserem mittelalterlichen Wort "Kaiser" vergleicht, fällt da die Verwandschaft oder besser gesagt der Ursprung des Wortes "Kaiser" auf. Da zur Entstehungszeit des Wortes Kaiser Latein noch gängige Kirchensprache in deutschen Landen und anderswo im Abendland war, wird man sich bei der Benennung des Titels "Kaiser" nach der korrekten lateinischen Aussprache gerichtet haben.
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Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #31 am: 28. Dezember 2011, 20:43:15 »
@Johannes: Mir ist es als "in eternAm ..." bekannt.

Heisst es aber nicht "Laudate Jesu Christi"?

Bin aber auch kein Lateiner.

Remigius von Uerdingen

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Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #32 am: 28. Dezember 2011, 21:31:11 »
Bruder Berthold hat Recht. Es muß heißen:

in aeternUm. Amen

als Antwort auf

LaudEtur Jesus Christus (Konjunktiv, er soll gelobt werden).

LaudAtur Jesus Christus wäre Indikativ, er wird gelobt werden.

Gruß
Frater Remigius
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Berthold von Krukow

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Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #33 am: 28. Dezember 2011, 22:48:31 »
Zitat
Original von Frater Remigius
Bruder Berthold hat Recht. Es muß heißen:

in aeternUm. Amen

als Antwort auf

LaudEtur Jesus Christus (Konjunktiv, er soll gelobt werden).

LaudAtur Jesus Christus wäre Indikativ, er wird gelobt werden.

Gruß
Frater Remigius

Da der Herr zeitlos ist :D , wären beide Formen korrekt.  *jokely*
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Johannes vom Gollenstein

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Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #34 am: 29. Dezember 2011, 11:36:27 »
Vielen lieben Dank euch allen!!!

Benedikt von Söllbach

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Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #35 am: 18. Januar 2013, 10:13:57 »
Auch wenn ich jetzt nekrophil sein muss, habe ich im Zuge meiner Recherchen zur Gregorianik folgende interessante Seite gfeunden, die etwas zur Aussprache beisteuert: http://www.liturgische-gregorianik.de/seite_2.html

Ein Auszug (bessere Formatierungen dort):
Zitat
Die Aussprache des Latein

Die Singmethode der Editio Vaticana basiert auf der römischen Aussprache des Latein. Die Römer haben ihr Alphabet ungefähr sechs Jahrhunderte vor Christus von den Etruskern übernommen. Ursprünglich waren es 22 Buchstaben, die sie verwendeten: a, b, c, d, e, f, g, h, i, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, x, z. Darunter waren Selbstlaute (Vokale): a, e, i, o, u. Die übrigen anderen waren Mitlaute (Konsonanten). Später kamen j und y hinzu als Varianten des Selbstlautes i.
Die Schreibweise j für i wurde benutzt, um die Bildung einer einzigen Silbe bei der Verbindung des Selbstlautes i mit einem anderen Selbstlaut anzuzeigen. Die beiden Selbstlaute wurden in diesem Fall zusammen und nicht getrennt ausgesprochen: ja, je, jo, ju.
Beispiel für ja: Alea jacta est! (Der Würfel ist gefallen! Angeblicher Ausspruch Caesars beim Beginn des Bürgerkrieges im Jahre 49 vor Christus.) Die Silbentrennung lautet: A-le-a ja-cta est. Dagegen beim Wort Glória (auch eine Verbindung zwischen i und a) lautet die Silbentrennung: Gló-ri-a und nicht Gló-ria.

Eine Ausnahme bildet das Wort Allelúia in dem die Silbentrennung Al-le-lú-ia und nicht Al-le-lú-i-a lautet. Die deutsche Schreibweise des Wortes Alleluja (mit j statt i) hat bis vor kurzem diesem Sachverhalt Rechnung getragen.
Beispiel für je: Jé-sus, Ma-je-stá-tis. Dagegen: Sa-pi-én-ti-a.
Beispiel für jo: Jó-seph, má-jor. Dagegen: Fí-li-o, glo-ri-ó-sus.
Beispiel für ju: Ju-rá-vit, é-jus. Dagegen: Fí-li-us, á-li-us.

Der Buchstabe y wurde später für die griechischen Worte eingeführt, in denen y anstelle des i vorkommt, um der griechischen Schreibweise Rechnung zu tragen. Beispiel: Dionysius (griechisch Dionysos = Gott des Weines). Ein Relikt aus der urchristlichen Zeit ist uns hierfür unverändert überliefert: Kyrie eléison, das wortwörtlich Eingang in die römische Liturgie fand und nicht übersetzt wurde.

Sowohl j als auch y werden ausnahmslos wie i ausgesprochen. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Aussprache des y zwar ein etwas dunkleres i, keineswegs aber ü sein soll. Kyrie eléison zum Beispiel soll besser Kiriä eläison und keineswegs Küriä eläison ausgesprochen werden.

Der Buchstabe k existiert nur im Wort kalendae (der erste Tag eines Monats).

Der Buchstabe h wird aspiriert. Im Wort mihi zum Beispiel wird h wie im deutschen Wort hier ausgesprochen. Die Verbindung ch wird aber wie k ausgesprochen (Christus=Kristus).

Die Doppellaute ae und oe werden wie e ausgesprochen. Sollen sie getrennt ausgesprochen werden, so wird der Buchstabe e wie ë ausgeschrieben: aëris, poëta.

Die Kombinationen ei, eu und ie werden immer als zwei selbständige Silben ausgesprochen: e-i, e-u, i-e. Die Kombinationen c+e (i) und g+e (i) werden tsche, tschi und dsche, dschi ausgesprochen. Paradebeispiele dazu sind die zwei allbekannten Namen Caesar und Cicero, welche im römischen Latein der katholischen Kirche immer Tschesar und Tschitschero ausgesprochen werden müssen. Agere soll adschärä und Virginis wirdschinis ausgesprochen werden. Ein oft gemachter Fehler wird bei der Aussprache des Wortes "Regina" beobachtet, da dieses Wort bei uns als Name verwendet wird. Die Kombination gi soll auch hier wie im italienischen Namen Luigi ausgesprochen werden.

Die Kombinationen xc+e und xc+i werden kstsche und kstschi ausgesprochen. Beispiele: excelsis soll äkstschälsis und excito äkstschito ausgesprochen werden.

Die Kombinationen cc+e und cc+i werden ktsche und ktschi ausgesprochen. Beispiele: ecce wird äktsche und accipite aktschipite ausgesprochen.

Die Konsonantenverbindung gn ist buchstäblich so auszusprechen. Als Beispiel gilt die Aussprache des im deutschsprachigen Raum bekannten Namens Magnus (vgl. Albertus Magnus). Die Aussprache nach dem französischen Wort agneau oder dem spanischen niño ist zu vermeiden, weil diese Sprechweise einer historisch späteren sprachlichen Entwicklung dieser jeweiligen Völker zuzurechnen ist.

Die Konsonantenverbindung ti vor einem Selbstlaut wird "zi" ausgesprochen. Das Wort Justitia wird wie unser Begriff dafür (die Justiz) ausgesprochen. Dieselbe Verbindung wird aber nach den Mitlauten s, t und x buchstabengetreu wiedergegeben. Beispiele: ostium, mixtio, Bruttius. Das Wort totius wird ausnahmsweise buchstabengetreu und nicht tozius ausgesprochen.

Verdoppelte Mitlaute werden länger ausgesprochen: terra, missio.

Für Beispiele zur Aussprache des Latein können Sie einige Videoclips hören. Falls Sie in einer Schola mitsingen möchten, so bekommen Sie dadurch eine kleine Hilfe. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.
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Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #36 am: 18. Januar 2013, 14:37:10 »
Bruder Berthold hat Recht. Es muß heißen:

in aeternUm. Amen

als Antwort auf

LaudEtur Jesus Christus (Konjunktiv, er soll gelobt werden).

LaudAtur Jesus Christus wäre Indikativ, er wird gelobt werden.

Gruß
Frater Remigius

Leider ist das so auch noch nicht ganz richtig, aber es geht schon in die richtige Richtung, von meinem Novizenmeister hab ich das so gelernt: Begrüßung jeglichem Ordensbruder oder Schwester ist Laudetur Jesus Christus  (Gelobt sei Jesus Christus) Antwort darauf ist dann: in aeternam, amen - in Ewigkeit, Amen.
Bitte verzichtet grundsätzlich auf das Zitat: Dominus vobiscum, das gehört zum Sündenbekenntnis.
Bei Pax vobiskum bei Ordensbrüdern und Schwestern bekomme ich auch mächtig Bauchschmerzen und hat nichts mit der ordenlichen Begrüßung von Ordensleuten zu tun und echte Ordensleute kommen sich dann arg veralbert vor, wer aber kein Latein kann, darf auch gerne die deutsche Begrüßung Gelobt sei Jesus Christus und Antwort in Ewigkeit, Amen verwenden.
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Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #37 am: 18. Januar 2013, 14:47:55 »
genau so ist es,bruder,ist immer schwer die richtigen worte in latein zu finden,bruder berthold hat es drauf

gott zum grusse

charles

Benedikt von Söllbach

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Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
« Antwort #38 am: 17. September 2015, 18:22:10 »
Darüber streiten sich sogar die Gelehrten.
Ich vermute momentan, dass es ein "K" ist, außer in speziellen Fällen ("ci"->"tschi"). Belege hjabe ich dafür keine, nur gefährliches Halbwissen.
Weil ich durch Zufall gerade drauf gestoßen bin, ich habe hier evtl. einen "Standard" den wir nutzen könnten.

Der Liber Usualis ist eine Art "Anleitung für Gebete" inkl. Messen und Stundengebete und reguliert neben dem Aufbau und Inhalt der Stundengebete/Messen die "Kirchenamtliche" Aussprache des Latein. Diese hört sich recht "italienisch" an, lässt sich dadurch aber leichter aussprechen und klingt melodisch schöner. ich für mich nutze diesen "Standard" für die Horen, die Alexander und ich aufbereiten.

Der Liber Usualis ist auf englisch frei herunterladbar: http://archive.org/details/TheLiberUsualis1961 (der Link stammt aus dem oben verlinkten Wikipediaeintrag).
Eine Deutsche (gekürzte) Variante des Teils der die Aussprache normiert ist aktuell bereits in Arbeit und fast abgeschlossen. Ich werde ihn, sobald er fertig ist, als "Anhang" hier im Forum zum runterladen einstellen (Titel "Liturgie, hier: Anhang/Anleitung"; da wo aktuell auch die anderen Horen liegen).
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