Autor Thema: Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192  (Gelesen 3558 mal)

Daniel

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« am: 23. Mai 2007, 09:56:34 »
Quellen fehlen noch

Kleidungsstücke jeglicher Art bestehen aus Leinen- oder Wollstoff; Baumwolle, wie wir sie heute kennen ist unbekannt zu dieser Zeit, es ist aber davon auszugehen, das in manchen Regionen bereits Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen gab   
Mögliche Farben: weiß, Natur, braun, grau, grün, schwarz oder Pastellfarben (kein Gelb) - Bitte bei der Farbe weiß beachten, das es sich um ein "natürliches" weiß handelt, also möglichst kein strahlendes "Schneeweiß", welches man auf 1km "leuchten" sieht.   


Unterkleid (Leinen natur oder naturweiß)
Knielinge: wurden mit einem Gürtel oder Band über dem Knie geschnürt
Übergewand: Wolle oder Leinen, einfacher A-Schnitt, Schürzenform, seitlich geschnürt oder offen. Farben: blau, grün, grau, braun, Pastelltöne, Krapprot
Schürze: naturfarben
Schuhe: einfache Lederschuhe oder Holzschuhe
Kopfbedeckung: Kopftuch, einfache Haube, Strohhut, Schleier für Kirche
Mantel: ungefüttert, dunkle Wolle, einfache Kapuze
Gürtel: Ledergürtel oder Brettwebgürtel
Essmesser und kleinen Beutel am Gürtel
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Benedikt von Söllbach

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #1 am: 23. Mai 2007, 10:49:50 »
Was ist denn mit Krapprot? Krapp war recht günstig und gut verfügbar.
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Daniel

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #2 am: 23. Mai 2007, 10:51:45 »
Gute Frage!
Bin cih nciht bewandert drin. Ich frag mal die Dame, die diesen Text zusammengestellt hat :)

Gruß
Daniel
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Daniel

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #3 am: 23. Mai 2007, 11:12:46 »
Also Krapprot war erschwinglich und keine teure Farbe. Beim FFC zB ist die Farbe auch für niedrige Stände erlaubt. Wenn sie jemand da besser auskennt nur zu! Jede Meinung zählt :) Ich nehm die Farbe erstmal auf!
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Benedikt von Söllbach

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« Antwort #4 am: 23. Mai 2007, 11:19:52 »
Zur seitlichen Schnürung nur mal was aus meinem Hinterstübchen:
Ich glaube mich zu erinnern, dass eine seitliche Schnürung / offenes Kleid zu der Zeit nicht korrekt wäre, aber da müsste man jetzt nochmal detailliert nachforschen.
Ich hab das nur mal am Rande gestreift und das ist schon einige Zeit her.
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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #5 am: 23. Mai 2007, 11:41:34 »
Anja har gerade folgendes geschickt:

Auszug aus meiner Recherche aus dem Buch "höfische Kultur im Hochmittelalter" (genauen Titel erhälst du noch)
 
Der Bliaut (Übergewand, welches an den Seiten eng geschnürt wurde) entwickelte sich am Anfang des Hochmittelalters, Hochblüte Mitte des Hochmittelalters. Ende Frümi, Anfang Homi enstand auch der 1. Kleidungsschnitt. Ich weiss, dass die Kirche sehr dagegen wetterte. Ich habe doch sogar einen Bericht, in dem enthalten ist, dass sogar die Männer sich "einschnüren" ließen. Warum es in Kirchen fast keine Abbildungen der Damen mit Schnürung und Schleppe sowie Tütenärmeln gibt, liegt an der Einstellung der Kirche zu der Kleidung. Die Kirche ließ nur die Idealabbildung nach ihren Vorstellungen zu.
 
Mit den so genannten Teufelsfensterkleider verhielt es sich so, dass diese sich ab der Mitte des HoMi aus der einfachen Kotte entwickelten, dass heißt die Ausschnitte wurden immer größer, bis Ende Homi, Anfang Spämi die Extremformen dieser Kleidungart gab.
 
Im Spätmittelalter ging man davon wieder weg. Die gleiche Geschichte passierte mit den Tütenärmeln und den Schleppen.
 
Ich kann morgen Auszüge aus dem Buch kopieren und schicken. Hab auch noch andere Kleiderquellen. Ich recherchiere, dann kann ich auch mit direkten Zeitangaben dienen.
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Benedikt von Söllbach

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #6 am: 23. Mai 2007, 11:57:39 »
Interessant, dann freuen wir uns einfach mal auf die genauere Recherche und warten derweil demütig  *smoky*
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Xia

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #7 am: 23. Mai 2007, 13:07:16 »
Wieso kein Gelb? Reseda, Kamille, Birke und Zwiebel waren billige Färbemittel? Und kommt bitte nicht mit der Argumentation Hure.

Holzschuhe?  Ich freue mich auf den Beleg  *smoky*

Liebe Grüsse, Xia
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Katharina v. Breitenbache

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #8 am: 24. Mai 2007, 01:55:39 »
*g* ich warte auch auf den knusperkeksschuh-beleg   [kaffeetasse]

eine aussage, die mir zu ohren gekommen ist (habe ich noch nicht überprüft!!!! ist aber trotzdem interessant):
anscheinend war in nürnberg die "schandfarbe" nicht gelb sondern knallrot. (weiß jemand mehr darüber?)

falls ein bildbeleg für eine schürze bekannt ist, bitte auch posten... bin indirekt auf der suche nach sowas
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Benedikt von Söllbach

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« Antwort #9 am: 24. Mai 2007, 12:43:31 »
Zitat
ich warte auch auf den knusperkeksschuh-beleg
Hehe, es ist ein tolles Geräusch, abends am Lagerfeuer, wenn Leute mit diesen Holzschuhen vorbeilaufen - ausser man hat noch nicht gegessen dann bekommt man nämlich welchen.

Ich finde ja, dass man je nach Tageszeit Kekse oder wahlweise auch die leckere Kruste eines Schweinebratens raushören kann :)
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Richard von der Au

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Magd Waschweib, Dritter Kreuzzug: 1189–1192
« Antwort #10 am: 24. Mai 2007, 21:20:32 »
Zitat
Original von Daniel
Quellen fehlen noch

Kleidungsstücke jeglicher Art bestehen aus Leinen- oder Wollstoff; Baumwolle, wie wir sie heute kennen ist unbekannt zu dieser Zeit, es ist aber davon auszugehen, das in manchen Regionen bereits Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen gab   
.....


Hallo

nachfolgend habe ich ein Zitat aus der Seite http://www.Baumwolle.at
demnach war Baumwolle durchaus bekannt. Da es allerdings über den Orienthandel bezogen werden musste, ist sie wohl als Luxusgut ähnlich wie Gewürze einzustufen.


Zitat Anfang

Erst ab 800 n. Chr. kamen Baumwollerzeugnisse durch arabische Kaufleute nach Europa. Erst 600 Jahre später, im 14. Jahrhundert, wurde eine größere Menge Baumwolle im süddeutschen Raum verarbeitet

Zitat Ende

Gruß Richard

Benedikt von Söllbach

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« Antwort #11 am: 24. Mai 2007, 21:54:26 »
Vergesst bitte nicht, dass Wolle *das* Material für Kleidung war, die Verbreitung war sogar noch deutlich höher als Leinen, obwohl Leinen schon lange bekannt war.
Es liegt einfach an der einfacheren Verfügbarkeit von Wolle. Schafe gehören zu den ältesten domestizierten Tieren überhaupt!

Ich persönlich trage sehr gerne Wolle. Die eigenschaften von Wolle sind sehr interessant, durch die hohle Faser wird eine gute Isolation erreicht. Ausserdem verarbeitet sich Wolle schön - schöner als Leinen. Ganz nebenbei ist sie sogar noch Regelkonform.

Also: Für Wolle! :D
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