Autor Thema: Hospitaliter, spätes 12./13. Jhd. / Adelsdarstellung, zweite Hälfte 13. Jhd.  (Gelesen 2091 mal)

Thomas W.

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Die Scheide zum "überarbeiteten" gräflichen Schwert ist fertig. Hier noch eine Beschreibung dazu:

"Als Scheidenleder wurde das Beste vom Rind gewählt, sog. Crouponleder, welches eine sehr feine, ebenmäßige Struktur hat und sehr stabil ist. Der Gurt besteht aus weißgegerbtem Hirschleder, ein Material, welches wegen seiner Haptik in meinen Augen als einziges überzeugt für eine geknotete Scheide, wie man sie z.b. bei den Naumburger Stifterfiguren findet.
Das Leder wurde unterhalb des Gurtes nach dem vernähen noch punziert, wofür von mir eine Punze angefertigt wurde. Vorlage hierzu war ein Fund aus Schleswig." (Text- und Bildquelle: Milan Kl)
Grüsse, Thomas

Thomas W.

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Er war einer meiner ersten Helme, der "Typ Dargen"... damals noch aus einem Shop gekauft und ein paar Jahre später (2015) noch einmal aufwendig umgebaut, um ihn optisch noch etwas näher an das Original heranzubringen. Aber mit weiter gestiegenem Anspruch war ich schon bald darauf auch nicht mehr zufrieden damit...

Als ich am 24. Juli 2017 das Dörfchen Dargen auf der Insel Usedom besuchte (um diesen Ort einmal "zu fühlen" und nach der Stelle zu suchen wo dieser Helm gefunden wurde) traf ich den Entschluss mir diesen Helm noch einmal bauen zu lassen.

Nach einiger Suche und etliches an Absprachen wurde das Projekt "Topfhelm Typ Dargen" dann für den Herbst 2018 angesetzt. Aber wie es eben manchmal so ist, verschob sich der Termin "auf unbestimmete Zeit".

Glücklicherweise konnte nun im Januar 2019 mit den Arbeiten begonnen werden. Die Materialstärke des Helmes liegt bei mindestens 2mm. Ziel wird es sein, optisch so nahe an die Vorlage zu kommen, wie möglich.

Der Typ Dargen wurde in den letzten Jahren von einigen 13. Jhd.-Darstellern als Helm ausgewählt und man sieht ihn mittlerweile immer mal wieder auf Verantstaltungen. Das freut mich, denn er ist einer der schönsten Helme die ich kenne.

Mit der Fertigstellung dieses Stückes wird eine entscheidende Lücke in meiner "Zeitstrasse der Entwicklung euopäischer Reiterhelme" geschlossen werden können. Er ist einer der letzten Helmtypen die mir (im Zeitraum von 1150 bis 1300) noch fehlt. Zudem passt er gut in die Zeit des Grafen Hartmann.

Die weiteren Fortschritte beim Bau werde ich immer mal wieder hier dokumentieren.

(Bildquelle: C.S.I. & pinterest)
Grüsse, Thomas

Thomas W.

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Vor ein paar Tagen wurde damit begonnen, eine Madonna im romanischen Stil farblich zu fassen. Sie ist runde 37cm gross und wurde aus Eiche geschnitzt. Solche Madonnen sind ab dem 11. Jhd. bis ins 14. Jhd. in dieserlei Form zu finden. Sie wird (wenn es ins Konzept passt) durchaus auch für Graf Hartmann eine Rolle spielen. Aber auch für Veranstaltungen im 12. Jhd. werde ich sie nutzen können.

Die farbliche Gestaltung wird mit verschiedenen Pigmenten umgesetzt. Die Bemalung wird sich an verschiedenen erhaltenen zeitgenössischen Vorbildern orientieren. Marek Kocka wird diese Arbeiten vornehmen. Er hatte auch den Stuhl bemalt und wird mich in Zukunft auch bei weiteren Projekten begleiten.


Die Grundierung trocknet gerade. Das Madonnengesicht ist bereits etwas weiter bemalt und wirkt schon jetzt sehr ausdrucksstark. Bald geht es weiter.

Heute kann ich die nächsten Fortschritte zeigen. Diese Details mit dem Pinsel aufzutragen erfordert Fingerspitzengefühl und Geduld. Gott sei Dank hat Marek Kocka von beidem reichlich! Zudem versteht er sein Handwerk sehr gut!

Das hier zusehende Dekor orientiert sich vor allem an einem zeitgenössischen Original.

(Bildquelle: Marek Kocka)
Grüsse, Thomas