Autor Thema: Ausrüstung  (Gelesen 9895 mal)

Alesandro von Hainichen

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Ausrüstung
« am: 14. Oktober 2010, 22:35:52 »
So,

habe mal angefangen mir ein paar Gedanken zu machen zu unserer Ausrüstung für die Reise. Es ist erst mal ein vorläufiger Plan und unterliegt noch vielen Änderungen. Hier meine erste Idee:

Bekleidung am Mann/ Frau:


Leibhemd / Unterkleid - Leinen
(Unterwäsche privat)
Bruche - Leinen
Beinlinge/ Wollstrümpfe/ Nadelgebundene Socken, Knieriemen
wende genähte Schuhe mit Ledersohle
Cotta/ Überkleid – Wolle
Gürtel mit Essmesser/ Dolch
Mantel – Wolle
Kopfbedeckung Strohhut
Wanderstock
Pilgertasche
Kiepe


Ersatzwäsche/ Bekleidung in der Kiepe
Leibhemd/ Unterkleid mind. 1x zum wechseln
(Unterwäsche privat zum wechseln)
Bruche mind. 1x zum wechseln
Beinlinge, Strümpfe, Socken mind. 1x zum wechseln
wende genähte Schuhe mind. 1 Paar zum wechseln (Verschleiß) außen an der Kiepe
Cotta/ Überkleid aus Leinen/ Wolle je nach Witterung zum wechseln
Cappa/ Gugel je nach Witterung zum Überziehen
Filz- oder Nadelgebundene Mütze/ Schleier, Kopftuch etc. zum wechseln

Ausrüstung in und an der Kiepe

Becher und Schüssel aus Horn Löffel, Holzbrettchen
Laterne unten an der Kiepe(?)
Kerzen + Feuer
Wasserschlauch aus Leder mit 2 Liter Inhalt außen an der Kiepe
dünne Wolldecke für Nachts ( ggf. Mantel nutzen)
Wegzehrung (Obst, Trockenfrüchte, Brot, Wurst, Hartkäse etc.)
Nähzeug (Leinenfaden, Wachs, Nadeln, Scherchen)
Lederflickzeug (Aale, Faden, Nadeln)
Waschzeug (Zahnbürste, Zahncreme, Duschgel, Shampoo, Rasierzeug (?), Pinzette, Nagelschere, Handtuch) Kernseife/ Olivenölseife
Verbandmaterial / Medikamente -> siehe extra Auflistung
Notfallhandy
Dokumententasche ( Personalausweise, Führerschein, Impfausweis, Notfallnummern, etc.)
Geldbeutel

Inhalt der Pilgertasche

Pilgerausweis
Kompass
Wanderkarte für jeden
Zigaretten und Feuer
Knabberzeug
geringe Menge Geld
Traubenzucker b. Bed. (?)
Empfehlungsschreiben vom Ortspfarrer
Sprachführer spanisch


Verbandmaterial und Medikamente alles frei verkäuflich

Verbandkasten komplett – verteilt auf alle Teilnehmer
zusätzlich elastische Binden bei Verstauchungen
zusätzlich Pflaster bei Blasenbildung
Kniegelenkschoner/ Knöchelschoner oder elastische Binden (!)
Wunddesinfektion Mercurochromlösung und Betaisadonnasalbe
Schmerzmedikamente: Benuron 500 auch bei Fieber, Ibuhexal 400, Tramadolortropfen, Wärmepflaster
Allgemeine Medikamente: Loperamid bei Durchfall, MCP bei Übelkeit, Calzium/ Magnesium Brausetabletten, Grippostadt C (?)
Hirschtalg und Ringelblumensalbe, Kamilosan


Was fällt euch noch ein oder was muss geändert werden ? Ist eine Kiepe ok oder lieber doch einrollen in die Decke ?

Lasst euch aus....
Alesandro von Hainichen


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Alesandro von Hainichen

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« Antwort #1 am: 19. Oktober 2010, 11:36:34 »
Habe ein paar Änderungen in blau eingetragen. *smoky*
Alesandro von Hainichen


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Judith_02

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Ausrüstung
« Antwort #2 am: 20. Oktober 2010, 08:25:43 »
Also, ich würde die Kiepe weglassen und alles in eine Decke einrollen und diese dann zusammenschnüren zum tragen. Ich glaube, dass ist viel besser.

Und ich würde nicht nur Sprachführer Spanisch sonder auch Portugisisch mitnehmen...
Ultra posse nemo obligatur. -
Es ist keiner verpflichtet, über seine eigenen Fähigkeiten hinaus etwas zu leisten oder zu können.

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Alesandro von Hainichen

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« Antwort #3 am: 20. Oktober 2010, 10:45:16 »
Wofür portugisisch ? Mit der Decke müssten wir probieren was reinpasst..
Alesandro von Hainichen


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Xia

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Ausrüstung
« Antwort #4 am: 21. Oktober 2010, 11:28:19 »
Wir sollten nicht vergessen, das wir nicht alles, was wir bei uns haben ins Handgepäck nehen können. Heisst, unsere Kiepe, Decke, Rucksack... wie auch immer wird übel im Frachtraum rumgeschmissen und behandelt. Meine Mutter meinte gestern, das wir unser Gepäk beispielsweise in eine billige Reisetasche oder einen Rucksacknuppsi (mir fällt der Name grad nicht ein, aber die Dinger gibts in verschiedenen Grössen um Rucksäcke auf einem Transport vor Nässe zu schützen und wiegen nur ein paar Gramm) verpacken sollten um zu vermeiden, das unsere ganzen Sachen lose im Frachtraum rumfahren, egal worin wir sie transportieren.
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Re:Ausrüstung
« Antwort #5 am: 05. August 2012, 02:00:30 »
Da ich grad aus Santiago zurück bin, ein paar Tips aus der Praxis:

- bei der Anreise per Fliegzeug empfielt es sich, die Ausstattung "modern" verpackt, am besten in einem Koffer zu verstauen,  in Flugzeugfrachträumen wird es unterwegs empfindlicht kalt und feucht und das Zeug wird auch nicht unbedingt pfleglich behandelt. Wanderstöcke und alle Arten von Besteck sind im Handgepäck sowiso eine ganz schlechte Idee.

- Es ist eine ganz schlechte Idee, in Galizien im Sommer offene Feuer zu verwenden, es sei denn man will den Feuerwehreinsatz und den Sachschaden eines Waldbrandes bezahlen.

- Weniger ist mehr. alles was man mitschleppt muss man tragen, erfahrungsgemäss entsorgen Pilger unterwegs bis zu 50% ihres Gepäcks.

- Ledersohlen laufen sich auf modernem Strassenbelag schnell runter. Wendegenähte Schuhe halten maximal ca 100 km durch.

- Jedes kleine Kaff in Spanien hat eine Apotheke und Arzneimittel sind dort z.T. unanständig billig. die Reiseapotheke kann also problemlos vor Ort besorgt werden. Auf jeden Fall sollte man eine Wundsalbe (gegen den "Wolf"), Hirschtalgsalbe, und Blasenpflaster dabei haben. Ibuprofen ist auch eine sehr gute Idee (eine grosse Packung 600er kostet in Spanien fast nix, ist rezeptfrei und hilft gegen nahezu alle Pilgerwehwehchen). Was man sich hier besorgen sollte ist "Pferdesalbe", die gibts da nicht und die ist gut für beanspruchte Gelenke.

- Wasserflaschen sind sehr nützlich. Es gibt zwar recht viele Trinkwasserstellen und spanisches Leitungswasser ist durchaus trinkbar, aber da, wo man Wasser braucht, findet man meist keins.

- Die Idee mit der Decke ist ganz gut, meine Mitpilger haben eine Plane aus Zelttuch verwendet, um ihr Zeug einzurollen. Die kann dann einfach ausgerollt als Lager für die Siesta verwendet werden.

- einen Kompass braucht man nicht, auch eine Karte kann man sich eigentlich sparen, wenn man auf dem historishen Weg bleiben will. Die Pilgerwege sind überwiegend gut gekennzeichnet, auf dem C.frances sogar sehr gut. auch auf Lederflickzeug kann man eigentlich verzichten. Und Duschgel und Shampoo kann man gut durch ein Stück Kernseife ersetzen, die ist dann auch gleich zum Wäsche waschen geignet.

- Leider ist der C.frances inzwischen so überlaufen und comerzialisiert, dass es da fast keinen Spass mehr macht, ausserdem sind einige Anwohner inzwischen von den Pilgermassen eher genervt. Das macht sich auch in der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bemerkbar. Portugisisch ist übrigens keine so schlechte Idee, da das in Galizien gesprochene Galego ein portugisischer Dialekt ist. Ich war erstaunt wie oft mir (in Spanien) auf mein (spanisches) "Buenos Dias!" ein (portugisisches) "Bom Diá!" geantwortet wurde

- wenn man als Gewandeter Pilger für jedes Foto ein paar Cent als Spende verlangt, kann man seine Reisekasse deutlich verbessern.

- aja, Empfehlungsschreiben vom Ortspfarrer interessiert dort keine Sau, die wenigsten Leute verstehen Fremdsprachen, selbst die wenigen Priester die es in Spanien gibt (extremer Priestermangel, teilweise ein Pfarrer für eine zweistellige Zahl Gemeinden) können meist nicht mal Latein. Auch im Pilgerbüro in Santiago gibt es nur Massenabfertigungen, teilweise werden nicht mal die Stempel im Credencial geprüft. Rechnet damit dass die Kirchen und Kapellen zu sind und Heilige Messen nur am Sonntag gelesen werden (spanisch und auf das absolute Minimum reduziert, im Schnitt nicht länger als 20 min) und die Priester keine Zeit für Pilger haben. In Santiago selbst ist die Priester- und Messdichte hingegen annehmbar.

- Lebensmittel und Kochzutaten sind verhältnismässig teuer, vor allem in den kleinen Sehrgemischtwarenläden auf dem Lande. Restaurants, Cafes und ähnliches hingegen sind vergleichsweise günstig. Ausserdem bietet sich draussen nur selten eine Kochgelegenheit. Grössere Pilgergruppen werden in Klöstern meist bekocht.

- Alberguen sind oft überfüllt, teils mit "Buspilgern", die schon seit morgens vor der Tür lauern. Es ist zumindest entlang der Hauptpilgerwege aber kein Problem draussen zu übernachten. Dazu bieten sich die Vorgärten von Kirchen (wenns nicht grad Friedhöfe sind) und Parks/Grünanlagen an. Von privaten Vorgärten, Ruinen (gibts da reichlich) und Feldern rate ich als Nachtlager dringend ab. Gegen plötzlich einsetzendes Schlechtwetter ist auch die schon erwähnte Plane(als Tarp/Zeltersatz) nützlich. Man kann die Planen so gestalten, dass sich aus zwei Planen und zwei Pilgerstöcken eine Dackelgarage improvisieren lässt ("Pilgerzelt").

- ein Gesangbuch ist sehr nützlich, wenn man historisch pilgern will. (das EG ist umfangreicher als das Gotteslob, enthält auch geeignete Pilgerlieder und die Stundengebete)

so, das ist erstmal was mir so einfält
Te Deum laudamus. Te Dominum confitemur.
Te aeternum patrem omnis terra veneratur.
Tibi omnes Angeli, tibi caeli et universae potestates:
Tibi cherubim et seraphim incessabili voce proclamant:
Sanctus Dominus Deus Sabaoth.