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Was hast du über dem Kettenhemd angezogen?

Ich trage die gleiche Cotte wie beim Foto davor. Über ihr trage ich eine wunderbar wärmende halblange Reisecappa aus dicker natur braungrauer Wolle. Die geht normalerweise bis über das Gesäss, ist aber hier (vermutlich durch den Schild den ich auf dem Rücken trage) leicht nach oben gerutscht.

Andere kleine Veränderungen zum ersten Foto sind, die fehlenden Isenhosen, ein anderes zeitgenössisches scharfes Einhandschwert (nach Oakeshott: Klingentyp XII / Parier Style 1 / Knauftyp H) mit Scheide, ein anderer Nasalhelm (Kalotte aus einem Stück getrieben) und eine scharfe Lanze mit panzerbrechendem Querschnitt (ohne Flügel).
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Was hast du über dem Kettenhemd angezogen?
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Dass nach den Templervehaftungen im Jahr 1307 Inventarlisten der Templergüter in Frankreich und anderswo aufgestellt wurden dürfte bekannt sein.

Dies hier war mir bis vor kurzem jedoch nicht bekannt :

Ich habe vor einigen Tagen den Artikel von Miret y Sans Joaquim ausgegraben (Inventaris de les cases del Temple de la Corona d'Arago en 1289 erschienen in 1911). Dort sind 13 Inventarlisten der aragonesischen Templergüter aus dem Jahr 1289 und eine einzige aus dem Jahr 1290 aufgelistet. Diese Listen sind sehr komplett : Viehbestände, Pferde, Ausstattung der Kapellen, Waffen, Rüstungen usw. Das Problem ist dass diese Listen in einer Mischung von mittelalterlichem Aragonesisch und Katalanisch aufgeschrieben sind...Es ist also nicht so einfach sie zu entziffern. Ich habe mich bis jetzt auf die Waffen und Rüstungsteile beschränkt...

Folgendes habe ich sicher entziffert :

perpunt = Gambeson
capels de ferre = Eisenhüte
elm= (Topf?)Helm
camisol= Kettenhemd (wahrscheinlech Hauberk)
azberc = ärmelloses Kettenhemd
capmayl = Kettenhaube

es gibt : azberc ab capmayl = Kettenhemd mit Kettenhaube
und azberc menors de capmayl = Kettenhemd ohne Kettenhaube

pareyls de calças de Ferro = Kettenbeinlinge
lanças = Lanzen
balesta = Armbrust
parels de Guans = Handschuhe
bisarma = Stangenwaffe (fer de barbiche)
arcs turqueses = türkischer Bogen
espaes = Schwerter
escut = Schild
braceroles = Armschienen für Bogenschützen
crocs = Armbrusthaken zum Spannen der Armbrust

Hier bin ich mir nicht so sicher :

parels de cuxeres = Sporen? oder doch vielleicht eher Beinschienen?
capillines = irgendeine Helmart? eventuell Hirnhauben?
cuxotz oder cuixot dürften Diechlinge sein?
cofas oder coffes könnten Polsterhauben sein?
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Suche/Kaufe/Versteigere/Tausche / Verkaufe Searganten-Ausrüstung komplett
« Letzter Beitrag von Goshinsatori am 24. April 2018, 11:55:47 »
Salve,

ich verkaufe meine komplette Searganten-Ausrüstung.,siehe Profilbild.
Wenn jemand interesse hat, bitte PN mit Preisvorschlag.
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Gute Arbeit! Freue mich schon auf deine nächsten Fotos.

Ich danke dir! An diesem Projekt haben etliche Leute mitgewirkt! Ihnen gilt das Lob und mein Dank!

Anbei noch ein Foto, dass ich vorerst einfach mal unkommentiert wirken lassen möchte...


(Bildquelle: ich)
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Gute Arbeit! Freue mich schon auf deine nächsten Fotos.

Interessant auch dein Experiment "Graf Hartmann im Schnee".
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Da bleibt mir echt die Spucke weg!

Danke dir, Benedikt!

Beim Hospitaliter ist für den März/April 2018 auch ein Update in Planung. Du hast vermutlich die Recherchen (um z.B. die Belegbarkeit der Schildfarben und der Verwendung der "Cappa" über der Rüstung im 12./13. Jhd.) im Facebook und MAF verfolgt? In diesem Punkt (und einigen anderen Details) wird es für meine Darstellung weitere Optimierungen/Ergänzungen geben.

Das ist der aktuelle Zwischenstand bzw. "Ausblick":

(Bildquellen für diese Collage: eigene Bilder & Kitguide Comthurey Alpinum)

Hier wäre mal der erste Teil des Ergebnisses. Zusehen ist ein Ritterbruder des Hospitaliterordens, so wie er nach aktuellem Stand der Recherche höchstwahrscheinlich im späten 12. Jhd. ausgesehen haben könnte.


(Bildquelle: ich)

Der private Schild, den der Ritterbruder mit in den Orden brachte, ist nach einer Abbildung aus nach einer französischen Handschrift (Fécamp Psalter, um 1180) gestaltet. Für den Anstrich wurde (über dem Kreidegrund) roter und gelber Okker, sowie Indigo verwendet. Der in dieser Zeit häufig in ganz Eurpoa zu sehende Nasalhelm wurde mit rotem Okker und Leinöl farblich gestaltet. An der Flügellanze weht weit sichtbar das Banner des Ordens. Der Ritterbruder trägt auf diesen Bild ein Einhandschwert (nach Oakeshott: Klinge Typ XII / Parier Style 2 / Knauftyp D) über seiner Rüstung (die grösstenteils durch eine körperbetont geschnittene, langärmelige Cotte ohne Kapuze, verdeckt wird). Über den Isenhosen erkennt man im Fussbereich noch schemenhaft die Riemen seiner Dornsporen.

Hier noch der link zum Beitrag der Comthurey Alpinum auf Facebook: https://www.facebook.com/comthureyalpinum/?hc_ref=ARRMmSYkGLNp8CIgXoGR83n47J1Ye1uwFymuTnTt02oGpb27vcTfKYR9zYUXuxcFZqU&fref=nf (Quelle: Facebook/comthurey alpinum)

Mir bleibt nur, mich bei allen an diesem Projekt beteiligten Handwerkern, Unterstützern und auch den Kritikern zu bedanken!

Weitere Bilder mit anderen zeitgenössischen Ausrüstungsdetails folgen in kürze!
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Historische Templer / Re: Die Templer in Haft
« Letzter Beitrag von Hugo de Rode am 05. April 2018, 14:35:36 »
Vergessen wir nicht dass Pierre de Bologne, Hauptverteidiger des Ordens vor der päpstlichen Kommission, fliehen konnte. Pierre de Bologne ging nach Bologna zurück und wurde Johanniter. (Quelle : Elena Bellomo : La Milizia del Tempio in Italia Settentionale, Seite 72 in I Templari/Grandezza e caduta della Militia Christi (2017) ) Ich habe das irgendwo noch mehr im Detail gelesen, weiss allerdings nicht mehr wo... :-[

Ich habe es wiedergefunden, über den Werdegang von Pierre de Bologne nach 1310 berichtet Francesco Tommasi : Fratres quondom Templi, Seiten 280 bis 306 in The Templars und their sources/Crusades-Subsidia 10 (ed. Borchardt, Döring, Josserand und Nicholson). Er wurde 1329 in der Kirche Santa Maria Maddalena della Maggiore begraben. Der Grabstein besteht nicht mehr, aber es gibt noch eine Federzeichnung von Marcello Oretti aus dem 18. Jahrhundert die seinen Grabstein zeigt.

Falkensteins abenteuerliche Geschichte dass Pierre de Boulogne nach einem Aufenthalt in Deutschland Mitbegründer der schottischen Freimaurer gewesen wäre ist somit noch unwahrscheinlicher (Constantin Falkenstein : Geschichte des Tempelherren-Ordens (1833).
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Historische Templer / Re: Die Templer in Haft
« Letzter Beitrag von Benedikt von Söllbach am 04. April 2018, 22:17:46 »
Zitat
Diese Beispiele von erfolgreich ausgebrochenen Templern im Jahr 1310 zeigen mir dass der körperliche Zustand einiger Templer nicht der allerschlechste sein konnte...
Oder die Bewachung/Einkerkerung nicht so streng war, wie wir uns das vorstellen...
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Historische Templer / Re: Die Templer in Haft
« Letzter Beitrag von Hugo de Rode am 03. April 2018, 10:46:56 »
Und vor allem Brennmaterial zum Heizen, warmes Essen und Ausgang in den Burghof...Na gut ist alles Spekulation...

Hier allerdings noch ein paar Fakten die Indizien für die Haftbedingungen ab 1310 liefern könnten :

Im März 1311 wurden im Auftrag vom Aufseher Pierre de Plailly (Aufseher von 11 Templern) für seine Häftlinge folgende Kleider angefertigt :

11 Robes (Röcke?)
mehrere Surcots und mit Schafspelz gefütterte Gugeln
20 Flohhauben
1 Hut
11 Hirschlederbruchen! (sollten die verlegt werden und bekamen deshalb Reitbruchen?)
22 Robes longues (lange Röcke?)
11 Paar Beinlingen
11 Paar Schuhe

(Quelle : Demurger, Persécution, Seite 239)

Zu der Hypothese der Sicherheitsverwahrung im Jahre 1310 :

Vergessen wir nicht dass Pierre de Bologne, Hauptverteidiger des Ordens vor der päpstlichen Kommission, fliehen konnte. Pierre de Bologne ging nach Bologna zurück und wurde Johanniter. (Quelle : Elena Bellomo : La Milizia del Tempio in Italia Settentionale, Seite 72 in I Templari/Grandezza e caduta della Militia Christi (2017) ) Ich habe das irgendwo noch mehr im Detail gelesen, weiss allerdings nicht mehr wo... :-[

Demurger berichtet von 6 Templern die aus dem Haus von Plailly ausgebrochen sind, nur einer (Philippe de Tréfons) wurde wieder in Noyon eingefangen. (Quelle : Demurger, Persécution, Seite 235 und Seiten 242 und 243)


Diese Beispiele von erfolgreich ausgebrochenen Templern im Jahr 1310 zeigen mir dass der körperliche Zustand einiger Templer nicht der allerschlechste sein konnte...
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